Klassifizierung: Operationssäle lassen sich anhand des Luftströmungsmusters in turbulente, horizontale und vertikale Parallelströmung unterteilen. Bei turbulenter Strömung wird dem Raum saubere Luft über Luftauslässe zugeführt, vermischt sich mit der Raumluft und wird anschließend über Abluftauslässe abgeführt. Bei horizontaler Parallelströmung sind die Zuluftwände vollständig mit HEPA-Filtern ausgestattet und führen die Luft horizontal zu, während die Abluftwände über Vorfilter verfügen. Bei vertikaler Parallelströmung ist die Decke vollständig mit HEPA-Filtern ausgestattet und führt die Luft vertikal nach unten zu. Die Abluftauslässe befinden sich beidseitig entlang der Längsachse des OP-Tisches.
Bewertung und Anwendungsbereich:
● Klasse I (Extra Reinraum): Reinheitsgrad 100, geeignet für aseptische Eingriffe bei Gelenkersatzoperationen, Organtransplantationen, Neurochirurgie, Herzchirurgie und Augenheilkunde.
● Klasse II (Standard-Reinraum): Reinheitsgrad 1000, geeignet für aseptische Eingriffe mit Klasse-I-Inzisionen in der Thoraxchirurgie, Plastischen Chirurgie, Urologie, Leber-, Gallenwegs- und Pankreaschirurgie, Orthopädie und Allgemeinchirurgie.
● Klasse III (Allgemeiner Reinraum): Reinheitsgrad 10.000, geeignet für allgemeine chirurgische Eingriffe (ausgenommen Eingriffe der Klasse I), geburtshilfliche und gynäkologische Operationen usw.
● Klasse IV (Nahezu reiner Operationssaal): Reinheitsgrad von 100.000, geeignet für kolorektale Chirurgie, Intensivstation und andere Operationen mit Kontaminationsrisiko.
Merkmale:
● Niedrige Bakterienzahl und niedrige Konzentration an Narkosegasen.
● Es wird für eine angenehme Luftzirkulation gesorgt; die Innentemperatur kann zwischen 15 und 25 °C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 65 % eingestellt werden.
● Ein positiver Luftdruck (+23-25Pa) verhindert das Eindringen von Verunreinigungen von außen.
● Die Luft im Operationssaal ist frisch und sauber und bietet somit ein angenehmes Arbeitsumfeld.
● Im Allgemeinen sind keine physikalischen oder chemischen Desinfektionsmethoden erforderlich, wodurch Arbeitsaufwand gespart und das Risiko von Krankenhausinfektionen durch schädliche Gase eliminiert wird.
Systemkomponenten:
● Luftreinigungssystem: Umfasst Filter, Klimaanlagen, Ventilatoren und Luftkanäle; dies ist die Kernkomponente des Operationssaals mit Laminarströmung.
● Steuerungssystem: Dient zur präzisen Steuerung und Überwachung von Parametern wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftstrom und Differenzdruck im Operationssaal und verfügt über eine Alarmfunktion.
● Beleuchtungssystem: Verwendet schattenlose Lampen als Hauptbeleuchtungseinrichtung und sorgt für eine gleichmäßige, schattenfreie und helle Ausleuchtung. Zusätzlich sind Hilfsbeleuchtungskörper vorhanden.
● Medizintechniksystem: Ausgestattet mit verschiedenen fortschrittlichen medizinischen Geräten wie Operationstischen, Anästhesiegeräten und Monitoren.
Design und Layout
● Zoneneinteilung: Typischerweise wird in sterile, halbsterile und nicht-sterile Bereiche unterteilt, wobei die verschiedenen Zonen strikt voneinander getrennt werden, um das Risiko einer Kreuzinfektion zu verringern.
● Verkehrsplanung: Die interne Verkehrsführung sollte rational gestaltet sein, um einen reibungslosen Ablauf für medizinisches Personal, Patienten und Geräte zu gewährleisten. Um Rückflüsse zu vermeiden, wird üblicherweise ein unidirektionaler Fluss gewählt.
● Räumliche Anordnung: Die Platzierung der chirurgischen Geräte und der Arbeitsbereiche für das medizinische Personal sollte sorgfältig durchdacht werden, um ausreichend Platz für Notfalleingriffe zu gewährleisten.